Abarth 124 Spider: Die Bewertung Diesen Artikel drucken

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Am 10 Mai 2018 – also gut über drei Jahre her – hatte ich den Artikel Roadster fahren: Das zweite Kapitel verfasst. Damals hatte ich zum Umstieg auf den Abarth 124 Spider fünf Artikel geplant. Darunter waren folgende Artikel veröffentlicht worden:

Der fünfte folgt nun mit bedeutender Verspätung. Ich schreibe gerade an der dritten (oder gar schon am vierten) Entwurf. In den ersten beiden Jahren haben sich die Ereignisse und Erlebnisse überschlagen und die Lösungen haben viel Zeit in Anspruch genommen. Vielfach musste ich über die Fachwerkstatt immer wieder länger auf die Behebung warten – zugegeben nicht unbedingt die Schuld der Fachwerkstätte, da diese ebenso auf Dritte (= Abarth) warten musste 😉 – macht die Angelegenheit aber nur noch enttäuschender 🙁 . Zwar konnte der Roadster für Ausfahrten und Urlaube genutzt werden, aber nicht alles war reibungslos nutzbar und die Zufriedenheit mit dem Fahrzeug erreichte Tiefstände…

Jetzt ein weiteres Jahr Abstand und mit über 21.000 km am Tachometer gibt es frisch nach der Überwinterung endlich die geplante Bewertung zum 124 Spider. Überwinterung ist dabei ein gutes Stichwort. Diese ist etwas eigen und hängt am Abarth 1,4 MultiAir Turbo-Frontmotor, der keine längere Standzeiten verträgt. Im 21 Jahrhundert finde ich dies unverständlich. Näheres lässt sich im Artikel Abarth 124 Spider: Die Überwinterung nachlesen. Macht jedenfalls keine gute Laune im Frühjahr. Vor allem, da es offiziell von Abarth (bzw. Fiat) laut meinen Informationen nicht anerkannt ist. Bei Fachwerkstätten bzw. in der Community ist das aber sehr wohl klar und wird entsprechend kommuniziert bzw. diskutiert. Irritierend ist zudem die Tatsache, dass es im zweiten Jahr keine Probleme gegeben hatte. Dann aber wieder schon. Alles im Allen ein deutlicher Minuspunkt: Cockpit vom ND, aber lange Front vom NC.

abarth_124_spider_motor

Dabei muss man bedenken, sieht man von der Außenhülle ab, dann sind 70 bis 80% Mazda MX-5 aus der Generation NC und ND. Übrigens damals ein Mitgrund für die Entscheidung zum 124 Spider.

Der restliche und hauptsächliche Unterschied ist meiner Meinung nach auch der größte Schwachpunkt. Genau, der Abarth 1,4 MultiAir Turbo-Frontmotor mit 1.368 cm³. Die Leistung kommt erst durch die Verwendung eines Turbolader. Das ist zwar bei Autofahrern eine gewisse Philosophiefrage, da es durchaus die vertretene Meinung gibt: ein Sportauto muss zwangsbelüftet sein. Die Wahrheit, es kommt wohl drauf an was man machen möchte. Ich bin gerne bei Touren dabei, die in Höhen jenseits von 2.000 Meter führen. Da es dabei eigentlich immer Sommer ist, ist es auch immer wieder sehr heiß. Beides Angelegenheiten, die weniger für einen Turbolader sprechen.

Meine Erfahrung im Vergleich zum vorherigen Mazda MX-5 NC mit reinem Saugmotor zeigt, die Leistung lässt bedeutender nach und der Verbrauch steigt ins unermessliche 🙄 – klarerweise im Verhältnis zueinander 😉 . Den Abarth 124 Spider kann man durchaus flott und sparsam fahren 😎 . Der niedrigste Wert lag bei 5,8 Liter auf 100 km. In hohen und heißen Gegenden erreicht man locker über 11 Liter auf 100 km und das ist nicht die Momentaufnahme, sondern eine Mischung. Somit mindestens eine Verdoppelung. So extrem ist das nach meiner Erfahrung bei keinem Saugmotor. Zudem ist die Leistungsentfaltung gleichmäßiger. Das ist mit Turbolader so gar nicht der Fall, da dieser immer einen idealen Wirkungsbereich hat. Daher gibt es im Sportbereich sehr oft mehrere Turbolader für unterschiedliche Umdrehungsbereiche. Das trifft auf den Abarth 124 Spider aber nicht zu.

Der nächste Nachteil des Abarth 1,4 MultiAir Turbo-Frontmotor ist im kleinen Hubraum zu finden. Meine Meinung dazu: Hubraum ist durch nichts zu ersetzen als durch mehr Hubraum 😎 . Nun könnte man meinen, bei einem kleinen Roadster mit knapp über 1.000 kg ist das zweitrangig. Die Wahrheit aus den letzten Jahren zeigt, man muss schneller und häufiger eine Gang runter schalten weil ganz einfach die Kraft fehlt und der Turbolader notwendig ist. Tja, Bergauf fahren fordert Leistung.

Heutzutage steckt eine Menge Elektronik und daraus resultierend Software in einem Fahrzeug. Und genau das hat wie eingangs erwähnt lange für Ärger gesorgt. Bei Auslieferung waren jede Menge Fehler im System zu finden. Dazu zählen schwere Abstürze des Navigationssystem oder Fehlen von angeführten und zukaufbaren Funktionen.

Ich habe es bereits erwähnt – zur Erinnerung: 70% bis 80% kommen von Mazda. Das gilt umso mehr für das Multimedia-System inklusive Navigation. Umso ärgerlicher wenn das so gar nicht vom Hersteller (Abarth bzw. Fiat) gewartet wird. Die haben dieses nicht 1:1 übernommen. Beim Start sieht man das Abarth Logo bzw. via Bluetooth meldet sich das Fahrzeug am Smartphone ebenfalls als 124 Spider. Könnte man meinen, dies ist überschaubar und mit dem nächsten Softwareupdate sind die Probleme behoben. Für Mazda gilt dies (konnte ich recherchieren und selbst testen) – nur das Abarth bzw. Fiat kein solches veröffentlicht bzw. weiterleitet – zumindest ist mir bisher nichts dergleichen bekannt 😡 .

Auf die Fehler habe ich beim ersten Service hingewiesen und aufgrund eines Fehlers in der Fachwerkstätte wurde zwar ein Softwareupdate eingespielt, aber danach meldete sich das Fahrzeug nicht mehr als Abarth 124 Spider, sondern als Mazda MX-5. Es wurde das Update von Mazda erwischt und nicht von Abarth. Nicht nur am Display, sondern ebenfalls via Bluetooth oder am USB-Stick. Das dumme dabei. Die Navigationskarte konnte nicht mehr genutzt werden. Einige Fehler waren definitiv verschwunden. Die Probleme mit dem Navigationssystem konnten zuerst nicht verifiziert werden, da die Navigationskarte für einen Abarth 124 Spider gilt, aber nicht für einen Mazda MX-5 😯 . Nun wurde eine Mazda MX-5 Karte benötigt… … … 😐

 

Man könnte meinen, dann spielt man einfach ein aktuelles Softwareupdate von Abarth / Fiat ein und passt schon wieder. Das dumme, die Fachwerkstätte konnte über ein Jahr keine Software vom Hersteller auftreiben. Schlussendlich wurde nach vielem hin und her ein neues Radiomodul eingebaut – auch hier schien mir nach Übermittlung der Erhalt schwieriger und nicht vorgesehen. Damit war die Software wieder ein Abarth 124 Spider. Mir ist sofort ein aktuellerer Softwarestand aufgefallen. Aufgrund des neuen Radiomoduls war eine neue Navigationskarte notwendig, die bei Nutzung keine Abstürze mehr zeigte und sogar die Onlineservices lieferten nun endlich den vollen Funktionsumfang. Die Angelegenheit mit dem Kartenupdate und den Onlineservices ist aber ebenso eine lange, verwirrende und unglaubliche Geschichte. Denn nun hatte ich im Account plötzlich zwei Karten auf dieselbe Fahrgestellnummer und die neue konnte nicht und nicht aktualisiert werden 😳 .

 

Wie auch immer, aktuell ist bis auf die Angelegenheit mit der Überwinterung und der Philosophie bzgl. Motor alles gelöst – wenn es auch weiterhin kein Softwareupdate mit Ausnahme der Navigationskarten gibt. Da stellt sich die Frage: Würde ich mit dem aktuellen Wissenstand mich erneut für den 124 Spider entscheiden? Ich denke, ich würde zu einem Nein tentieren.

Die Angelegenheit war vor einigen Jahre klar anders als heute. Zudem hat der damalige Mazda Verkäufer eher schlecht gehandelt. Bis heute warte ich wiederholt auf versprochene Rückmeldungen. Zwischenzeitlich beim Höhepunkt der Probleme war für mich sogar schon einen Wechsel auf einen Mazda MX-5 ND angedacht. Bekanntlich ist daraus nichts geworden 😕 .

Der Abarth 124 Spider macht es aber auch nicht so leicht…

…kaum hat man den Roadster gestartet und es erklingt der kernige und eindeutig identifizierbare Sound des vierflutigen Dual-Mode Sportauspuffsystems Record Monza, ist schon die Freude eingestellt 😀 . Bei der Fahrt über Serpentinen ist dann schnell vieles vergessen 😛 und die Freude hält noch lange nach dem Stopp an…

 

Ich freue mich schon sehr auf die Sommertour 2021, die ich in meinem kleinen italienischen Sportwagen machen werde. Jedenfalls ein Satz, der mit diesem Wortlaut im Mazda MX-5 nicht möglich bzw. zutreffend wäre… :mrgreen:

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