Abarth 124 Spider: Die Vorstellung Diesen Artikel drucken

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In diesem Artikel folgt eine objektive Vorstellung zum Abarth 124 Spider. Meine subjektive Meinung folgt im Artikel Abarth 124 Spider: Die Bewertung. Dafür möchte ich bereits in diesem Artikel einige Fehlinformationen klarstellen, die im Internet und selbst in Fachzeitschriften zu lesen sind. Bei den technischen Daten gehe ich primär auf meine Ausstattungsvariante ein. Dies kann nach gewählter Form variieren und hat sich für die heurige Varianten (laut Produktblatt) wiederrum leicht geändert.

abarth_124_spider_vorne

Ich habe die Kontrast-Lackierung mit Blau und Schwarz ausgewählt. Laut Prospekt wird die Farbe Blau genauer als Isola d’Elba 1974 Blau bezeichnet. Meiner Meinung nach muss ein Abarth eine Kontrast-Lackierung haben. Das ist nach meiner persönlichen Überzeugung so wie der Skorpion auf der Motorhaupe und gehört zur Marke einfach dazu. Aber das ist subjektiv und kann klarerweise nach Wunsch bestellt werden.

Der Roadster hat eine Länge von 4,054 m und eine Breite von 1,74 m. Das Eigengewicht entspricht 1080 kg. Die Bereifung entspricht den Maßen 205 / 45 R17.

abarth_124_spider_reifen

Entsprechend dem Bild ist ein Teil des Brembo Bremssystems mit der 3-Kolben-Festsattel-Bremse erkennbar. Unterstützt wird die Bereifung durch das Bilstein Sportfahrwerk mit Doppelquerlenker-Vorderachse und Mehrlenker-Hinterachse verbunden über ein mechanisches Sperrdifferential zum Abarth Esseesse-6-Stufen-Automatikgetriebe.

abarth_124_spider_hinten

Bevor es weiter zum Motor geht noch ein Blick auf das vierflutige Dual-Mode Sportauspuffsystem Record Monza. Rennsportklang vom feinsten mit – Mmmh, ich bezeichne es mal – kernigen Sound 😎 . Je nach verlangter Motorleistung öffnen und schließen hier automatisch Drosselklappen. Hier möchte ich gleich mit der ersten Fehlinformation aufräumen. Es ist möglich selbst am Abend ohne Nachbarn aufzuwecken im Hof zu reversieren und das Fahrzeug in die Garage zu stellen. Es müssen nicht immer >5000 Umdrehungen sein. Es reicht völlig das Standgas für diese Zwecke aus 😉 . Dabei ist das Fahrzeug flüsterleiste (Relation beachten 🙂 ) und nicht lauter als mein anderes Fahrzeug.

abarth_124_spider_motor

Damit nun zum Kraftzwerg, dem Abarth 1,4 MultiAir Turbo-Frontmotor. Mit einem Leistungsgewicht von 6,2 kg/PS und einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h mit 6,9 sec. liefert der Vierzylinder mit 125 kW (oder 170 PS) satte Leistung für das „kleine & leichte“ Fahrzeug. Maximal 250 Nm Drehmoment gibt es bei etwa 2.500 Umdrehungen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 229 km/h. Entsprechend der Motorbezeichnung zu erahnen kommt zur Effizienzsteigerung ein Turbo zum Einsatz – genauer ein Garrett Turbolader. Passend zum Motor vielleicht noch kurz die Information zum Tankvolumen, welches 45 l umfasst. Im Jahr 2017 hatte ich einen durchschnittlichen Verbrauch von 7,87 l/100 km, was rechnerisch einer Gesamtreichweite von rund 572 km entspricht.

abarth_124_spider_kofferraum

Neben dem Treibstofftank ist der Kofferraum zu finden. Für diese Fahrzeugklasse beinhaltet der Abarth 124 Spider einen recht üppigen Kofferraum mit 140 l. Dazu kommt eine recht große Beladungsöffnung. Die reinste Freude beim Beladen für den Urlaub und selbst ein Wocheneinkauf beim Supermarkt lässt sich gut verstauen.

Das Ladevolumen des Kofferraums ist zugleich eine weitere Fehlinformation, die ich oft zu lesen bekommen habe. Hier wird der Kofferraum oft kleiner angegeben bzw. als winzig bezeichnet. Ich weiß zwar nicht was die Tester bei einem Roadster erwarten, aber Ladevolumen gehört primär nicht zum Ausstattungsmerkmal eines Roadster. Für einen Urlaub zu zweit für etwa zwei Wochen sollte genügend Platz vorhanden sein. Im Vergleich zu anderen Fahrzeugen dieser Fahrzeugklasse ist das Kofferraumvolumen im oberen Mittelfeld zu finden. Im Bezug auf Länge und Gewicht wird es sogar im Spitzenfeld sein.

abarth_124_spider_innenraum

Damit zum Innenraum, wo neben viel Alcantara (u.a. Schaltknauf, Handbremsgriff, Mittelkonsole, etc.) das Sport-Lederlenkrad mit 12-Uhr-Markierung, die beheizbaren Sport-Ledersitze, das Bose Soundsystem mit Subwoofer und 8 Lautsprechern (2 MID-Woofer, 2 Tweeter, 4 Ultra-Nearfield Tweeter in den Kopfstützen), die Bluetooth Freisprecheinrichtung und das 7″ Multimedia-Touchscreen mit Navigationssystem zu finden ist.

 

Ich beginne für näheres mit dem Multimedia-System bzw. Bordcomputer und dem Navigationssystem. Alles zusammen ergibt ein perfektes System, wie ich es noch nie in einem Fahrzeug zuvor gesehen habe (Ok, vielleicht etwas geflunkert, aber hierzu mehr im Artikel Abarth 124 Spider: Der Vergleich mit MX5). Über die Anordnung des Touchscreens kann man sicher streiten, aber der Funktionsumfang und auch der Betrieb eines integrierten Systems wurde noch nie so gut umgesetzt wie hier. Speziell das integrierte Navigationssystem braucht sich nicht mit der Leistung von hochpreisigen Mobilnavigationssystemen zu verstecken. Leichte und schnelle Menüführung, guter Überblick während der Navigation, perfekter Zugriff auf erweiterte Funktionen während der Routenführung erleichtern die Nutzung ungemein. Selbst weitere Informationen wie die Ausgabe der aktuellen Position und Höhenlage ist verfügbar, Ausgabe der aktuellen Straßennummer, Informationen über die nächsten Rastmöglichkeiten und vieles mehr ist verfügbar. Punkte die man ansonsten selten bei integrierten Systemen zu sehen bekommt.

Ich habe sogar die erweiterte Internetfunktionen ausprobiert. Man kann das Navigationssystem mit dem Smartphone verbinden und so kann dieses auf das Internet für Wetter, Verkehr und Kraftstoffpreise zugreifen. Dabei habe ich jedoch entdeckt, dass die Kraftstoffpreise in Österreich und selbst in Italien nicht verfügbar sind. Via Nachfrage beim Hersteller des Fahrzeuges ( Fiat/Abarth) sollen die Kraftstoffpreise in Österreich nicht verfügbar werden, der Hersteller des Navigationssystem (Naviextras) wiederrum gibt an, diese sind verfügbar. Bei mir wurden in beiden Ländern bei Kraftstoffpreise nur die Meldung „keine Objekte gefunden“ ausgegeben. Damit bleibt eigentlich nur die Wetterfunktion, den die Verkehrsdaten gelangen bei uns hier reibungslos über TMC zum Fahrzeug. In der Testphase war die Wetterfunktion wirklich nett, aber ohne den persönlich als nützlich empfundenen Kraftstoffpreisen ist die Funktion mehr als überteuert. Kostenpunkt pro Jahr 88,36 Euro oder aber 136,23 Euro. Wirklich schade.

map-update-toolbox

Die Software für das Update des Kartenmaterials ist recht schlank gehalten. Die Software verlangt, wie aktuell üblich, ein Onlinekonto. Dafür gibt es drei Jahre kostenlose Kartenupdates, die quartalsweise erscheinen. Es wird dabei das here-Kartenmaterial genutzt. Spätestens beim Einstecken der SD-Karte in den Computer wird man über die Quelle des Multimedia-Systems plus Navigationssystem informiert. Das Navigationssystem meldet sich nämlich als Toyota Visteon bzw. Mazda Connect beim Onlinekonto an. Damit ist vielleicht auch klar woher das Multimediasystem eigentlich kommt – nämlich von Mazda, wo dies u.a. ebenfalls 1:1 im MX-5 ND verbaut wurde.

Das ist eine weitere Unstimmigkeit, die im Internet und von einigen Verkäufern / Händlern zu hören ist. Dort wird nämlich von Eigenentwicklung, Sonderentwicklung und allerlei wilden Phantasien gesprochen. Das witzigste war ein Händler, der nicht von der Meinung abgehen wollte, es sei ein reines Abarth Navigationssystem, mit Abarth Scorpionship Unterstützung (erklärte Funktionen, wie automatischen Upload von Routen ins Scorpionship-Profil). Bei der Nachfrage ob dieser schon mal eine 124 Spider mit Navigationssystem gesehen oder benutzt hat, kam nur retour: Ne, darf ein Händler nicht benutzen 🙄 .

abarth_124_spider_verbrauchsanzeige

Eine Funktion aus dem Bordcomputer, die ich näher vorstellen möchte ist die sehr gute Umsetzung der Verbrauchsanzeige. Via persönlicher Anpassung kann man diese Anzeige bei jedem Abstellen des Fahrzeuges automatisch für einige Sekunden anzeigen lassen. Ich finde dies zeigt sehr gut die bis zu Ende durchgedachten Funktionen auf. Ein weiteres Beispiel ist die Möglichkeit beim Zurücksetzen des Tageskilometerzähler (mit der Bezeichnung A) auch automatisch den durchschnittlichen Verbrauch zurücksetzen zulassen. Dies ist jedoch eine Funktion, die ich bereits in anderen Fahrzeugen vorgefunden habe und persönlich nicht mehr vermissen möchte.

abarth_124_spider_lenkrad

Etwas eigen ist die 12-Uhr-Markierung am Sport-Lederlenkrad. Diese ist sobald die Fahrzeugräder gerade gestellt werden nicht mittig. Ein Detail, was mich etwas fertig macht, aber bei Auslieferung zum Standard gehört. Das konnte ich bei mehreren Fahrzeugen überprüfen. Dazu kommt, dass bei einem Fahrzeug dieser Preisklasse keine Getränkehalter inkludiert sind. Ein weiteres negative Detail, welches ich unerwartet entdecken musste. Letztere lässt sich kostenpflichtig über den Zubehörshop beheben. Mit etwa 175 Euro für zwei Getränkehalter nicht gerade günstig, wobei es zum Einführungsstart über 200 Euro waren. Naja, 🙄 .

Zurück zu etwas positiven. Nämlich der Bluetooth-Freisprecheinrichtung. Damit konnte ich schon mehrfach mit geöffneten Verdeck auf der Schnellstraße reibungslos telefonieren. Nicht nur ich konnte klar meinen Gesprächspartner hören, sondern der Gesprächspartner konnte ebenso mich gut hören. Der Straßenlärm wird gut durch das Bose-System gefiltert. Es ist laut verschiedenen Gesprächspartnern wahrnehmbar, dass man in einem Fahrzeug sitzt, aber nicht in welchem bzw. das dabei das Verdeck geöffnet ist.

abarth_124_spider_verdeckverschluss

Dies ist gleich ein weiteres Detail am Fahrzeug: das 3 Sekunden Dach, ebenso von Mazda aus dem MX-5 ND. Dies lässt sich einfach und schnell mit einer Hand öffnen und schließen und das schneller als man zum Lesen dieses Satzes braucht :mrgreen: . Unterstützt wird man hierbei durch die Tatsache, dass das Fahrzeug dabei automatisch die seitlichen Fensterscheiben senkt. Das Hochstellen der Fenster erfolgt manuell.

abarth_124_spider_sensoren

Abschließen möchte ich die Vorstellung mit dem Hinweis auf den Regen- & Lichtsensor, dem Full-LED-Hauptscheinwerfer mit AFLS (Adaptive Front Light System), dem Tagfahrlicht und den hinteren Einparkhilfen. Also jede Menge moderner Fahrassistenzhilfen bzw. Fahrzeugtechniken. Am Abend Serpentinen rauf und runter heizen ist bei dem Hauptscheinwerfer kein Problem. Man erhält ein wirklich geile und kräftige Ausleuchtung. Ansonsten ist mir der Regen- & Lichtsensor sehr gut aus meinen anderen Fahrzeug bekannt und erneut eine Funktion, die ich nicht vermissen möchte.

Völlig neu für mich sind zwei Funktionen, die mit dem Fahrzeuglicht zusammenhängen. Diese hören auf die Bezeichnung Coming-Home und Leaving-Home. Dabei wird letztere sogar im Bordhandbuch verschwiegen. Im Bordcomputer gibt es jedoch passende Einstellungsmöglichkeiten. Die Nachfrage beim Händler und sogar beim Hersteller sorgte zuerst für Verwirrung: Ne, das kann das Fahrzeug nicht ;-). Aber ja, das Fahrzeug hat beide Funktion und diese funktionieren reibungslos, jedoch ist die Leaving-Home-Funktion etwas komplexer beim Einstellen und muss bereits beim Verlassen des Fahrzeuges vorkonfiguriert werden. Die Coming-Home-Funktion ist hier einfacher und wurde von mir bereits häufig produktiv genutzt.

abarth_124_spider_fahrzeugeinstellungen

Coming-Home-Light: Nach dem Abstellen des Fahrzeuges einfach die Lichthupe einmal betätigen. Danach bleibt selbst nach dem Aussteigen und versperren des Roadster das Fahrzeuglicht für die eingestellte Zeit aktiviert. Die Konfigurationen sind im Bordcomputer zu finden, wo die Funktion aktiviert sein muss. Die Stellung des Lichtschalters ist nach meinen Informationen egal. Ich verwende grundlegend „Auto“. Es muss für die Funktion nicht finster sein. Der Lichtsensor spielt keine Rolle.

Leaving-Home-Light: Hierzu muss das Licht eingeschaltet werden. Also am Lichtschalter muss die Position „An“ gewählt werden.

abarth_124_spider_leavinghome_lichtan

Keine Angst, sobald das Fahrzeug ausgeschaltet wird, wird das Fahrzeuglicht (solange nicht die Funktion Coming-Home genutzt wird) abgeschaltet. Das ist grundlegend unterschiedlich zu allen anderen Fahrzeugen wo das Licht beim Abstellen weiterhin leuchtet und für eine leere Autobatterie sorgen kann. Jedenfalls wenn man nun (in der Früh) zum Fahrzeug geht und das Fahrzeug von der Ferne entsperrt, dann wird automatisch das Fahrzeuglicht eingeschaltet. Der Lichtsensor spielt dabei keine Rolle. Es wird auch am Tag das Licht eingeschaltet. Die Konfiguration ist im Bordcomputer zu finden, wo die Funktion aktiviert sein muss.

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Asisam

    Danke für den tollen Beitrag zum 124 Spider.
    Gruß aus Hessen

    1. Andyt

      Freut mich. Danke für das Lob.

  2. Andre

    Hey,
    vielen dank für den guten Bericht. Seit kurzem bin ich auch stolzer Besitzer eines Abarth 124:) bei meinem passt das Lenkrad allerdings mit dem roten Strich in der Mitte, eventuell mal in der Werkstatt einstellen lassen.

    1. Andyt

      Freut mich, dass der Artikel gefällt. Das mit dem roten Strich habe ich schon vereinzelt als korrekt bestätigt erhalten. Von Abarth Fachwerkstätten habe ich die Information, hier kann man nichts machen, da das so direkt aus dem Werk kommt. Über den Abarth Kundenservice konnte ich ebenfalls keine hilfreichen Informationen erhalten.

      Im Moment glaube ich, bei jüngeren Fahrzeugen wurde das womöglich entsprechend korrigiert. Beim nachträglichen Ändern / Korrigieren scheint es Unstimmigkeiten zu geben.

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